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Großbritannien senkt Mehrwertsteuer auf Strom ab Oktober

Premierminister Andy Burnham entlastet Haushalte mit einer Mehrwertsteuersenkung auf Stromrechnungen – rund 45 Pfund Ersparnis pro Jahr.

Großbritannien senkt Mehrwertsteuer auf Strom ab Oktober

Die britische Regierung hat eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen für private Haushalte angekündigt. Die Maßnahme tritt am 1. Oktober in Kraft und ist Teil des Versprechens von Premierminister Andy Burnham, die Lebenshaltungskosten im Land zu senken. Ein typischer Haushalt soll dadurch um etwa 45 Britische Pfund pro Jahr entlastet werden.

Finanziert wird die Steuersenkung laut Regierungsangaben durch Einsparungen aus der Einstellung des digitalen Identitätsprogramms, das in den nächsten drei Jahren rund 1,8 Milliarden Pfund gekostet hätte. Die Kosten für das laufende Haushaltsjahr werden auf 850 Millionen Pfund geschätzt. Schatzkanzler John Healey erklärte, die Ankündigung werde „in diesem Winter für eine gewisse Beruhigung sorgen".

Weitergabepflicht für Energieversorger

Die Energieversorger wurden ausdrücklich verpflichtet, die Mehrwertsteuersenkung an alle Haushaltskunden weiterzugeben – einschließlich jener mit Festtarifen. Ein vergleichbares Vorgehen hatte die Regierung bereits im April angewandt, als bestimmte Gebühren auf den Stromrechnungen gestrichen wurden. Die Regelung gilt in England, Schottland und Wales. Nordirland, das einer anderen Regulierung unterliegt, soll laut Regierung entsprechende Finanzmittel erhalten.

Von der Maßnahme profitieren auch Kleinunternehmen, die für die Mehrwertsteuervergünstigung bei Haushaltsenergie infrage kommen und nicht umsatzsteuerpflichtig sind, sowie wohltätige Organisationen und Pflegeheime, die Anspruch auf den ermäßigten Steuersatz haben.

Die Senkung der Mehrwertsteuer gilt als ein vergleichsweise einfaches Instrument zur Reduzierung von Energiekosten. Dabei ist zu beachten, dass größere Haushalte aufgrund ihres höheren Stromverbrauchs tendenziell stärker profitieren. Gleichzeitig haben auch manche schutzbedürftige Haushalte einen hohen Verbrauch – etwa weil sie auf medizinische Geräte angewiesen sind.

Energiepreise unter Druck

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiepreise in Großbritannien erheblich unter Druck stehen. Anfang Juli stiegen die Energiepreise für Millionen Menschen in England, Schottland und Wales im Rahmen der Preisobergrenze der Regulierungsbehörde Ofgem um 13 Prozent. Haupttreiber waren gestiegene Gaskosten, wobei die Auswirkungen aufgrund des warmen Wetters und des geringeren Verbrauchs in den Sommermonaten bislang begrenzt blieben.

Analysten warnen jedoch, dass höhere Energiepreise – verursacht durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, der das weltweite Angebot an Öl und Flüssigerdgas (LNG) verknappt hat – bis in den Winter hinein anhalten dürften. Für Verbraucher könnte die Heizsaison damit deutlich teurer werden als in den Vorjahren.

In seiner ersten Rede als Premierminister hatte Burnham versprochen, Haushalten, die mit den Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben, „Atempause" zu verschaffen. Am Dienstag bekräftigte er, die Mehrwertsteuersenkung werde „den Menschen mehr Geld in die Tasche spülen".

Die aktuelle Maßnahme ist bereits der zweite Eingriff der britischen Regierung in die Energierechnungen innerhalb von nur sechs Monaten. Die frühere Schatzkanzlerin Rachel Reeves hatte im April eine Abgabe abgeschafft und andere Kosten auf die allgemeine Besteuerung verlagert, um die Rechnungen der Verbraucher zu senken. Burnhams neues Kabinett trat am Dienstagmittag erstmals zusammen.

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