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Goldpreis unter Druck: Ölpreisanstieg trübt Fed-Ausblick

Trotz schwacher US-Inflationsdaten fällt Gold, da steigende Ölpreise neue Inflationssorgen schüren und die Fed zur Vorsicht zwingen.

Goldpreis unter Druck: Ölpreisanstieg trübt Fed-Ausblick

Die Goldpreise haben am Donnerstag ihre Verluste ausgeweitet. XAU/USD fiel um 0,74 Prozent auf 4.030,32 Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 0,41 Prozent auf 4.035,20 Dollar nachgaben. Auch Silber (XAG/USD) verlor 0,89 Prozent auf 57,27 Dollar, und Platin (XPT/USD) gab 0,64 Prozent auf 1.667,02 Dollar nach.

Bemerkenswert dabei: Die Anleger ignorierten weitgehend die jüngsten, schwächeren US-Inflationsdaten. Stattdessen rückte die Sorge in den Vordergrund, dass steigende Ölpreise die künftige Inflation befeuern und damit den Handlungsspielraum der US-Notenbank Federal Reserve einengen könnten.

Schwache Inflationsdaten reichen nicht als Stütze

Die US-Erzeugerpreise fielen im Juni überraschend um 0,3 Prozent – Analysten hatten eine unveränderte Entwicklung erwartet. Bereits zu Wochenbeginn waren schwächere Verbraucherinflationsdaten gemeldet worden. Die aufeinanderfolgenden Berichte deuten auf einen nachlassenden Preisdruck hin und dämpften zunächst die Erwartungen einer baldigen Zinserhöhung durch die Fed.

Normalerweise würde eine schwächere Inflation den US-Dollar belasten und Gold stützen, da sinkende Zinserwartungen den Goldpreis attraktiver machen. Doch die erneuten Kursgewinne beim Rohöl haben Zweifel daran geweckt, ob der aktuelle Disinflationstrend nachhaltig ist. Brent und WTI weiteten ihre Gewinne den vierten Handelstag in Folge aus.

Nahost-Eskalation treibt Ölpreise und Inflationsängste

Hintergrund des Ölpreisanstiegs sind erneute Kämpfe im Nahen Osten. Die Vereinigten Staaten führten den fünften Tag in Folge Angriffe auf iranische Ziele durch. US-Präsident Donald Trump bekräftigte, die Militäroperationen zu intensivieren, bis Teheran die Angriffe auf die Handelsschifffahrt einstellt und die Straße von Hormus wieder öffnet. Die Märkte beobachten das Risiko von Versorgungsunterbrechungen auf diesem wichtigen Schifffahrtsweg genau.

Höhere Energiekosten könnten auf die allgemeine Inflation zurückwirken und die Federal Reserve zwingen, die Zinssätze länger auf einem hohen Niveau zu belassen. Das wiederum würde höhere Renditen bei US-Staatsanleihen und einen festeren Dollar begünstigen – beides belastet die Nachfrage nach unverzinstem Gold und verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums.

Fed-Vertreter betonen Entschlossenheit im Inflationskampf

Mehrere hochrangige Fed-Vertreter unterstrichen zuletzt ihre vorsichtige Haltung. Fed-Vorsitzender Kevin Warsh bekräftigte, dass die Entscheidungsträger entschlossen seien, die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel der Zentralbank zurückzuführen. Er betonte zudem die Bereitschaft, die Zinssätze anzupassen, falls sich der Preisdruck als hartnäckiger erweisen sollte. Befürchtungen, dass massive Investitionen in künstliche Intelligenz allein die Inflation anheizen würden, spielte er hingegen herunter.

Fed-Gouverneurin Lisa Cook erklärte, sie würde weitere geldpolitische Maßnahmen unterstützen, falls die Inflation erhöht bleibe. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, bezeichnete die aktuellen Zinssätze als „gut positioniert", um die Inflation wieder in Richtung des Ziels zu bringen – ein Signal, dass die Notenbank trotz der jüngsten Preisabkühlung keine Eile bei Zinssenkungen hat.

Laut der australischen Bank ANZ lautet die entscheidende Frage, ob die Federal Reserve den jüngsten Anstieg der Energiepreise als vorübergehenden Angebotsschock oder als eine Entwicklung betrachtet, die dauerhaft auf die allgemeine Inflation übergreifen könnte. Von der Antwort auf diese Frage dürfte maßgeblich abhängen, wie sich der Goldpreis in den kommenden Wochen entwickelt.

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