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ETM wirft Grönland Enteignung bei Seltenen-Erden-Projekt vor

Energy Transition Minerals kämpft juristisch um das Kvanefjeld-Projekt – eines der größten Seltene-Erden-Vorkommen weltweit außerhalb Chinas.

ETM wirft Grönland Enteignung bei Seltenen-Erden-Projekt vor

Energy Transition Minerals (ASX: ETM) erhebt schwere Vorwürfe gegen die grönländische Regierung: Das australische Bergbauunternehmen wirft Grönland vor, faktisch eine Enteignung vorgenommen zu haben – durch die Blockade des Kvanefjeld-Projekts und die Weigerung, die zugrunde liegende Explorationslizenz zu verlängern. Das Projekt gilt als eines der größten Vorkommen an Seltenen Erden außerhalb Chinas.

ETM gibt an, seit 2013 über seine Tochtergesellschaft Greenland Minerals rund 150 Millionen US-Dollar in Kvanefjeld investiert zu haben. Das Geld floss in Ressourcendefinition, Umweltstudien und öffentliche Konsultationen. Ende 2020 stellte das Unternehmen einen Antrag auf eine Bergbaulizenz – kurz darauf verabschiedete die neue Koalitionsregierung Grönlands das sogenannte Gesetz 20 (Act 20). Dieses Gesetz verbietet Projekte mit Urankonzentrationen von über 100 Teilen pro Million (0,01 %) und stoppte damit den Antrag für Kvanefjeld.

Geschäftsführer Daniel Mamadou argumentiert, die Gesetzgebung sei gezielt darauf ausgelegt gewesen, das Projekt zu verhindern – nachdem die Regierung im Wahlkampf aktiv gegen dessen Erschließung mobilisiert hatte. „Wir haben eine grönländische Regierung, die erklärt, sie sei offen für Geschäfte und wolle mehr Bergbauprojekte", sagte Mamadou im The Northern Miner Podcast. „Und doch haben wir hier das am weitesten fortgeschrittene, baureife Projekt in Grönland für Seltene Erden und kritische Mineralien, das im Wesentlichen gestoppt wurde."

Streit um Explorationslizenz und Rückwirkung des Gesetzes

Der Konflikt hat sich inzwischen über den ursprünglichen Bergbauantrag hinaus ausgeweitet. Grönland hatte die Explorationslizenz des Unternehmens routinemäßig alle drei Jahre verlängert – auch einmal, nachdem das Gesetz 20 bereits in Kraft getreten war. Damals versicherten Beamte noch, die Gesetzgebung gelte nur für den Bergbau, nicht für die Exploration. Diese Position hat die derzeitige Regierung inzwischen revidiert und verweigert die Verlängerung der Genehmigung mit der Begründung, das Projekt könne den Uranschwellenwert niemals einhalten.

ETM widerspricht dieser Einschätzung entschieden. Das Unternehmen verweist auf Explorationsergebnisse aus dem Jahr 2025, die eine Mineralisierung Seltener Erden mit Uranwerten weit unter dem gesetzlichen Grenzwert in weitgehend unerschlossenen Teilen des Lizenzgebiets identifizierten. Zudem würden Vorschläge abgelehnt, Uran vom Konzentrat der Seltenen Erden zu trennen und dauerhaft unter Tage zurückzuführen.

Im Kern des Rechtsstreits steht die Frage, ob das Gesetz 20 rückwirkend auf Kvanefjeld anwendbar ist – und ob dies einer Enteignung gleichkommt. Mamadou betont, dass die Erläuterungen zum Gesetz der Regierung erlaubten, auf die Anwendung zu verzichten, wenn diese eine Enteignung darstellen würde. Grönland habe diese Frage jedoch trotz mehr als drei Jahren Schiedsgerichts- und Gerichtsverfahren bislang nicht beantwortet. Das erklärte Ziel von ETM ist dabei nicht eine finanzielle Entschädigung, sondern die Wiedereinsetzung des Antrags auf eine Bergbaulizenz.

Strategische Bedeutung für Europa und westliche Lieferketten

Kvanefjeld beherbergt bedeutende Vorkommen an Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium – Seltene Erden, die für Permanentmagnete in Elektrofahrzeugen, Windturbinen und Verteidigungstechnologien unverzichtbar sind. ETM schätzte zuvor, dass das Projekt bis zu 15 % der weltweiten Produktion an Seltenen Erden liefern könnte. Für Europa wäre das eine bedeutende, nicht-chinesische Quelle für kritische Mineralien – zu einem Zeitpunkt, an dem westliche Regierungen intensiv an der Diversifizierung ihrer Lieferketten arbeiten.

Grönlands Regierung hält dagegen: Außenminister Múte Egede erklärte, die Einwohner wollten die Mine nicht in der Nähe von Narsaq – ein Standpunkt, der langjährige Bedenken hinsichtlich Uran und Umweltauswirkungen widerspiegelt. Mamadou bestreitet diese Darstellung und verweist auf die Unterstützung einiger lokaler Gewerkschaftsführer und Oppositionspolitiker. Er räumte jedoch ein, dass das Unternehmen während der COVID-19-Pandemie in der Öffentlichkeitsarbeit an Boden verloren habe, während die Kritik am Projekt zunahm.

Während der Rechtsstreit in Grönland die Gerichte weiter beschäftigt, hat ETM seine Strategie diversifiziert: Das Unternehmen erwarb das Penouta-Brownfield-Projekt in Spanien, das als einzige produzierende Tantalmine Europas wieder in Betrieb genommen werden soll. Zudem hat ETM einen Beirat zusammengestellt, dem ehemalige Außenminister aus Dänemark und Australien angehören. Kvanefjeld bleibt für Mamadou dennoch das zentrale Asset des Unternehmens. „Unser Fall läuft auf eine einfache Frage hinaus", sagte er. „Enteignen Sie uns? Ja oder nein?"

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