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De Beers stoppt Südafrikas wichtigste Diamantenmine für zwei Jahre

Der Diamantriese reagiert auf anhaltenden Marktabschwung und bereitet sich gleichzeitig auf einen bevorstehenden Verkauf vor.

De Beers stoppt Südafrikas wichtigste Diamantenmine für zwei Jahre

De Beers stellt die Produktion in seiner Mine Venetia – dem wertvollsten Diamantenbetrieb Südafrikas – für zwei Jahre ein. Das von Anglo American kontrollierte Unternehmen reagiert damit auf einen anhaltenden Abschwung auf dem Rohdiamantenmarkt und will durch Kostensenkungen und eine Straffung des Geschäftsbetriebs die Widerstandsfähigkeit des Konzerns stärken.

Die Unterbrechung soll die Ausgaben für die Untertage-Erweiterung von Venetia reduzieren und aufschieben. Gleichzeitig will De Beers die Investitionen in die Infrastruktur aufrechterhalten, die für ein schnelles Hochfahren der Produktion bei einer Markterholung notwendig sind. Die Gesamtproduktionsziele des Konzerns sollen laut Unternehmensangaben nicht beeinträchtigt werden, da die Förderung auf andere Betriebe verlagert wird.

Venetia ist eine der bedeutendsten Diamantenminen weltweit. Im Jahr 2025 produzierte die Mine 2,23 Millionen Karat, was 10,3 Prozent der gesamten Rohdiamantenproduktion von De Beers entsprach. Rund 4.400 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Der 2,3 Milliarden US-Dollar teure Untertagebetrieb nahm im Juli 2023 die Förderung auf, nachdem der Tagebau im Dezember 2022 beendet worden war.

„Unser Ziel ist es, uns auf den Wert zu konzentrieren, die Widerstandsfähigkeit zu verbessern und De Beers so zu positionieren, dass das Unternehmen bei einer Erholung der Branchenbedingungen wettbewerbsfähig ist", erklärte Vorstandschef Al Cook in einer offiziellen Mitteilung.

Umfassende Umstrukturierung und bevorstehender Verkauf

Der Produktionsstopp bei Venetia ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung des Unternehmens. De Beers kämpft derzeit mit schwacher Nachfrage nach natürlichen Diamanten, sinkenden Preisen und wachsender Konkurrenz durch synthetische Steine. Zusätzlich plant der Konzern, sein globales Betriebsmodell zu vereinfachen und die Konzernkosten weiter zu senken.

In der vergangenen Woche senkte De Beers zudem die offiziellen Rohdiamantenpreise im ersten Verkaufszyklus unter neuen Lieferverträgen. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurde die Zahl der sogenannten Sightholder – also der exklusiven Großabnehmer von Rohdiamanten – von rund 70 auf 45 bis 50 reduziert. Damit konzentriert das Unternehmen seine Verkäufe gezielt auf die größten und wichtigsten Kunden.

Anglo American hatte De Beers bereits im Mai 2024 im Rahmen einer umfassenderen Konzernumstrukturierung zum Verkauf gestellt. CEO Al Cook äußerte sich zuletzt optimistisch: Die Transaktion sei „noch nie so nah" gewesen, und er hoffe auf einen Abschluss eher in Wochen als in Monaten. Branchenspekulationen brachten mehrere Bergbauunternehmen und Regierungen mit einem potenziellen Gebot in Verbindung.

Globale Angebotsverknappung bei Rohdiamanten

Die Entscheidung für Venetia steht auch im Kontext einer allgemeinen Verknappung des weltweiten Diamantenangebots. Produktionspausen und Minenschließungen in Südafrika, Lesotho und Kanada dürften die globale Rohdiamantenförderung bis Ende 2027 spürbar verringern, da Produzenten weltweit der Rentabilität Vorrang vor dem Fördervolumen einräumen.

De Beers selbst bleibt trotz der aktuellen Schwierigkeiten einer der größten Diamantenproduzenten der Welt. Das Unternehmen betreibt Minen in Botswana, Namibia, Angola, Südafrika und Kanada. Bekannt wurde De Beers auch durch seine legendäre Marketingkampagne „Ein Diamant ist unvergänglich", die den modernen Markt für Diamant-Verlobungsringe maßgeblich mitgeprägt hat.

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