DAX gibt nach Rekordserie nach – Tech-Verkaufswelle trifft Märkte

Samsung Electronics meldete einen Rekord-Quartalsbetriebsgewinn – und trotzdem flüchteten Anleger aus der Aktie. Diese scheinbar widersprüchliche Reaktion steht sinnbildlich für die Stimmung an den Märkten an diesem Dienstag: Nach einer beeindruckenden Rekordserie der vergangenen drei Handelstage trat der DAX deutlich auf die Bremse.
Der deutsche Leitindex verlor 1,37 Prozent und schloss bei 25.465 Punkten. Noch stärker traf es den MDAX der mittelgroßen Unternehmen, der um 2,00 Prozent auf 32.627 Punkte nachgab. Haupttreiber der Verluste war ein breiter Ausverkauf im Technologiesektor, der sich von Asien über Japan bis nach Europa fortpflanzte.
Auslöser war ausgerechnet eine Rekordmeldung: Samsung Electronics rechnet für das zweite Quartal mit einem Betriebsgewinn von 89,4 Billionen Won – umgerechnet rund 51 Milliarden Euro und damit mehr als der gesamte operative Gewinn des Jahres 2025, der bei 43,6 Billionen Won lag. Doch die Zahlen reichten den Märkten nicht. Marktbeobachter Stephen Innes erklärte, die Samsung-Aktie sei bereits so hoch bewertet gewesen, dass sämtliche positiven Erwartungen längst eingepreist waren. Die Folge: Anleger nahmen Gewinne mit – und rissen dabei Aktien von Konkurrenten gleich mit in den Abwärtsstrudel.
Erfreuliche Nachrichten kamen dagegen aus der deutschen Rüstungs- und Marinebranche. Der Kieler U-Boot-Hersteller TKMS sicherte sich den größten Auftrag seiner Unternehmensgeschichte: Kanadas Premierminister Mark Carney bestätigte, dass TKMS bis zu zwölf U-Boote für die kanadische Marine liefern soll. Die Detailverhandlungen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Allerdings behält Kanada sich vor, erneut mit dem südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean zu verhandeln, sollte keine Einigung mit TKMS erzielt werden.
In der Automobilindustrie hingegen brodelt es weiter. Die IG Metall hat nach Protesten bei Mercedes-Benz nun auch bei Volkswagen zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen. Zur Aufsichtsratssitzung am Donnerstag, auf der über neue Sparpläne beraten wird, sollen an allen VW-Standorten Aktionen stattfinden. Die deutschen Autobauer stehen unter Mehrfachdruck: Das China-Geschäft schwächelt, US-Zölle belasten die Margen, und der Hochlauf der Elektromobilität verläuft langsamer als erhofft. Geplante Einsparungen treffen zunehmend auch die Vergütungen der Belegschaft.
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Zur AktienanalyseEin positives Bild zeichnete dagegen DHL. Der Bonner Logistikkonzern steigerte seinen Gewinn im zweiten Quartal deutlich – dank steigender Nachfrage, Preiserhöhungen im lukrativen Expressgeschäft und eines wirksamen Sparprogramms. Die Jahresprognose wurde angehoben. Das internationale Geschäft bleibt dabei der wichtigste Wachstumstreiber, während das heimische Briefgeschäft mit rückläufigen Mengen weiterhin als Bremse wirkt.
Von der Konjunkturfront gab es ebenfalls Rückenwind: Die deutsche Industrieproduktion stieg im Mai um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat – Ökonomen hatten lediglich ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Alexander Krüger, Chefvolkswirt bei ABM Amro Deutschland, sieht darin einen Hoffnungsschimmer: „Die Produktion arbeitet sich aus dem Tal der Tränen. Auch im Zuge der aktuellen Entspannung im Nahen Osten dürfte sich die Produktionslage bessern.


