Darline Graham kandidiert für vollen Senatssitz in South Carolina
Die neu ernannte Senatorin will dauerhaft im Kongress bleiben – mit Rückendeckung von Präsident Donald Trump.

Senatorin Darline Graham aus South Carolina hat am Montag offiziell ihre Kandidatur für eine vollständige sechsjährige Amtszeit im US-Senat bekanntgegeben. Sie tritt damit die Nachfolge ihres Bruders Lindsey Graham an, der am 11. Juli unerwartet verstorben war. In einem Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity erklärte sie knapp und entschlossen: „Ich bin dabei."
Graham war erst wenige Tage zuvor vom Gouverneur von South Carolina, Henry McMaster, als Interimsnachfolgerin ernannt worden, um den vakanten Senatssitz bis zum Jahresende zu besetzen. Nun strebt sie einen dauerhaften Verbleib in Washington an. Die Einreichungsfrist für die außerordentliche Vorwahl begann offiziell am Dienstag um 12:00 Uhr Ortszeit (ET).
Trumps Unterstützung und ein umkämpftes Rennen
Trotz ihrer erst wenige Tage alten Amtszeit hat Graham bereits prominente Unterstützung erhalten. Präsident Donald Trump forderte sie am Freitag in einem Post auf seiner Plattform Truth Social auf, sich um die Nominierung zu bewerben. Er bezeichnete sie als eine „spektakuläre Person und eine wahre amerikanische Patriotin". Diese Rückendeckung des amtierenden Präsidenten dürfte ihr im parteiinternen Wettbewerb einen erheblichen Vorteil verschaffen.
Denn der Kampf um die republikanische Nominierung verspricht, hart zu werden. Gleich mehrere prominente Republikaner aus South Carolina – dem sogenannten „Palmetto State" – haben ebenfalls ihre Kandidatur angekündigt. Der Abgeordnete Russell Fry, ein enger Trump-Verbündeter und Vertreter des 7. Kongresswahlbezirks seit 2023, gab am Montag seinen Einstieg ins Rennen bekannt. Sein Kollege Ralph Norman, konservatives Mitglied des House Freedom Caucus und Vertreter des 5. Kongresswahlbezirks seit 2017, hatte seine Kandidatur bereits am Wochenende angekündigt. Norman, der Anfang des Jahres in einer Vorwahl für das Gouverneursamt scheiterte, strebt keine Wiederwahl für das Repräsentantenhaus an.
Komplizierte Ausgangslage für die Republikaner
Die Kandidatur von Russell Fry birgt für die Republikaner ein strategisches Risiko. Fry bewirbt sich gleichzeitig um eine weitere Amtszeit im Repräsentantenhaus. Sollte er die Senatsnominierung gewinnen, bliebe nicht genug Zeit, ihn auf dem Stimmzettel für seinen Repräsentantenhaussitz im November zu ersetzen. Die Wahlkommission von South Carolina bestätigte zwar, dass ein Kandidat bei der Hauptwahl für mehrere Ämter kandidieren kann. Gewinnt Fry jedoch beide Sitze, müsste er auf die Vereidigung für das Repräsentantenhaus verzichten – was eine Sonderwahl im Frühjahr 2027 auslösen und die Republikaner im Repräsentantenhaus zu Beginn des 120. Kongresses um einen Abgeordneten schwächen würde.
Weitere Bewerber im Rennen sind Mark Lynch, ein Geschäftsmann aus South Carolina, der bei der republikanischen Vorwahl im Juni den zweiten Platz hinter Lindsey Graham belegte und seine Kandidatur am 13. Juli bekanntgab. Auch Duke Buckner, der 2022 und 2024 erfolglos versucht hatte, den demokratischen Abgeordneten James Clyburn im 6. Kongresswahlbezirk abzulösen, hat sich in das Rennen eingereiht.
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Zur AktienanalyseHauptwahl gilt als sicher republikanisch
Der Sieger der republikanischen Vorwahl trifft in der Hauptwahl im November auf die Demokratin Annie Andrews. Der renommierte „Cook Political Report with Amy Walter" stuft das Rennen als „Solid R" ein – also als sicher republikanisch. Für die Demokraten dürfte es damit äußerst schwer werden, den Sitz zu gewinnen, den Lindsey Graham über viele Jahre hinweg gehalten hatte. Für Darline Graham und ihre Mitbewerber ist die eigentliche Hürde somit die parteiinterne Vorwahl – nicht die Hauptwahl.


