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Chinas Goldnachfrage verharrt laut WGC auf Zehnjahrestief

Trotz sinkender Goldpreise bleibt die physische Nachfrage im weltgrößten Goldmarkt auf historisch niedrigem Niveau.

Chinas Goldnachfrage verharrt laut WGC auf Zehnjahrestief

Chinas physische Goldnachfrage hat sich im Juni kaum erholt und verharrt nahe dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das berichtet der World Gold Council (WGC) in einem aktuellen Bericht. Günstigere Preise haben den weltgrößten Goldmarkt bislang nicht wiederbeleben können.

Die Goldabhebungen von der Shanghai Gold Exchange (SGE) stiegen im Juni gegenüber Mai zwar um 36 Prozent auf 87 Tonnen. Dieser Anstieg folgte jedoch auf den schwächsten Mai seit 16 Jahren. Die Großhandelsnachfrage blieb damit weiterhin nahe dem Zehnjahrestief.

„Die Großhandelsnachfrage blieb im Juni nahe dem niedrigsten Stand des letzten Jahrzehnts", erklärte der WGC. Die „anhaltende Schwäche beim Schmuckkonsum" ließ Hersteller und Einzelhändler bei der Wiederauffüllung ihrer Lagerbestände vorsichtig werden.

Halbjahresbilanz deutlich unter Durchschnitt

Im ersten Halbjahr 2026 zogen Investoren und Marktteilnehmer insgesamt 598 Tonnen Gold von der SGE ab. Das entspricht einem Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und liegt 27 Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Diese Zahlen unterstreichen, wie ausgeprägt die Kaufzurückhaltung im chinesischen Goldmarkt derzeit ist.

Für den globalen Goldmarkt sind diese Daten von erheblicher Bedeutung. China gilt als weltgrößter Konsument des Edelmetalls, weshalb Bergbauunternehmen und Investoren weltweit die Entwicklungen an der SGE genau verfolgen. Eine anhaltende Kaufschwäche in China liefert ein wichtiges Signal für den Zustand des gesamten physischen Goldmarktes.

Der Goldpreis selbst zeigte sich im Juli weitgehend stabil und wurde am Freitagmorgen bei 4.013,28 US-Dollar pro Unze gehandelt. Seit Jahresbeginn hat das Edelmetall jedoch rund 8 Prozent an Wert verloren.

Chinas Zentralbank kauft auf Rekordserie

Im deutlichen Kontrast zur schwachen Konsumnachfrage steht das Verhalten der People's Bank of China. Die chinesische Zentralbank kaufte im Juni 15 Tonnen Gold – der höchste Zukauf seit Oktober 2023. Damit weitete sie ihre Kaufserie auf 20 aufeinanderfolgende Monate aus und erwarb in diesem Zeitraum insgesamt 82 Tonnen Gold. Laut WGC ist das die längste Kaufserie seit Beginn der Aufzeichnungen. Die chinesischen Goldreserven stiegen damit auf 2.346 Tonnen.

Im gesamten ersten Halbjahr 2026 verzeichneten die Zentralbanken weltweit einen Zuwachs ihrer Goldbestände um 40 Tonnen. Die Käufe hielten trotz erheblicher Preisvolatilität an, die durch Spannungen im Nahen Osten und Unsicherheiten über die US-Handelspolitik ausgelöst wurde.

Rekordabflüsse bei chinesischen Gold-ETFs

Auch bei den Gold-ETFs verzeichnete China im Juni einen historischen Tiefpunkt. Chinesische Anleger ließen sich Gold-ETFs im Wert von 15 Milliarden Renminbi (umgerechnet rund 2,2 Milliarden US-Dollar) auszahlen – laut WGC der schlechteste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Die ETF-Bestände sanken dadurch um 17 Tonnen auf 277 Tonnen.

In Kombination mit dem rückläufigen Goldpreis verringerte sich das gesamte verwaltete Vermögen der chinesischen Gold-ETFs um 16 Prozent auf 243 Milliarden Renminbi – den niedrigsten Stand seit Dezember 2025.

Trotz des schwachen Juni-Monats blickt der WGC auf ein insgesamt starkes erstes Halbjahr für chinesische Gold-ETFs zurück. Die Nachfrage summierte sich im ersten Halbjahr auf 29 Tonnen, und das verwaltete Gesamtvermögen legte um 1 Prozent zu. Damit war das erste Halbjahr 2026 das zweitstärkste erste Halbjahr für chinesische Gold-ETFs seit Beginn der Aufzeichnungen – ein Zeichen dafür, dass sich verschiedene Segmente des chinesischen Goldmarktes in entgegengesetzte Richtungen entwickeln.

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