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Burry shortet Oracle weiter – Mexikos Wirtschaft unter Druck

Michael Burry hält an seiner Oracle-Shortposition fest, während Mexikos Wachstumsaussichten durch USMCA-Unsicherheiten eintrüben.

Burry shortet Oracle weiter – Mexikos Wirtschaft unter Druck

Michael Burry, bekannt für seine legendäre Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008, hat Berichte zurückgewiesen, wonach er seine Short-Position auf Oracle (NYSE: ORCL) vollständig aufgelöst habe. Auf der Plattform X stellte er klar: Er habe lediglich die Hälfte seiner Position geschlossen – und zwar nur deshalb, weil der Trade schlicht „zu groß" geworden sei. Burry betonte, er verliere sich nicht in Optionsgeschäften, die gut laufen, und halte weiterhin erhebliche Short-Exposure über Januar-2027-Puts.

Seine bärische These, die er erstmals im Januar 2026 öffentlich darlegte, dreht sich um Oracles aggressive Ausgaben für KI-Infrastruktur und die starke Abhängigkeit vom KI-Unternehmen OpenAI. Diese Einschätzung erhielt kürzlich institutionelle Bestätigung: S&P Global Ratings stufte Oracles Kreditrating am 9. Juli auf BBB- herab – nur noch eine Stufe über dem sogenannten Junk-Status.

Oracle: Kreditabstufung und Kurssturz

S&P begründete die Herabstufung mit einem extremen Konzentrationsrisiko: OpenAI macht rund die Hälfte von Oracles Auftragsbestand in Höhe von 638 Milliarden US-Dollar aus. Hinzu kommt ein prognostiziertes Free-Cash-Flow-Defizit von 42 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2027. Diese Zahlen verdeutlichen, wie stark Oracle auf das Wachstum eines einzigen Partners angewiesen ist.

An der Börse spiegelt sich die Skepsis der Institutionellen wider: Oracle-Aktien markierten am 18. Juli ein 52-Wochen-Tief von 121,50 US-Dollar – ein Rückgang von 63 Prozent gegenüber dem Allzeithoch von 345,72 US-Dollar. Trotz dieser fundamentalen Belastungen zeigt sich die Retail-Community auf Plattformen wie Stocktwits weiterhin „extrem bullish", was auf eine deutliche Diskrepanz zwischen institutionellen Analysten und Privatanlegern hindeutet.

Zusätzlichen Druck könnte eine geplante Kapitalerhöhung von 20 Milliarden US-Dollar im weiteren Verlauf des Jahres 2026 erzeugen. Diese Verwässerung der Aktionäre, kombiniert mit der anhaltenden Kreditabstufungs-Debatte, lässt darauf schließen, dass die Volatilität rund um Oracle noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat.

Mexikos Wirtschaft leidet unter USMCA-Unsicherheit

Parallel dazu hat sich der makroökonomische Ausblick für Mexiko eingetrübt. Eine aktuelle Reuters-Umfrage unter 32 Ökonomen ergibt, dass das mexikanische BIP-Wachstum 2026 nur noch bei 1,1 Prozent und 2027 bei 1,8 Prozent liegen dürfte – eine Abwärtsrevision gegenüber früheren Schätzungen von 1,5 bzw. 1,9 Prozent. Damit folgt auf das schwache Wachstum von 0,5 Prozent im Jahr 2025 eine weiterhin schleppende Erholung.

Haupttreiber dieser Skepsis ist die Unsicherheit rund um das Freihandelsabkommen USMCA zwischen den USA, Mexiko und Kanada. Washington entschied sich für eine Laufzeit von zehn Jahren mit jährlichen Überprüfungen statt einer 16-jährigen Verlängerung. Elijah Oliveros-Rosen, Chefvolkswirt für Schwellenländer bei S&P Global Ratings, warnte, dass dieser jährliche Erneuerungsprozess die Kapitalallokation in exportintensiven Sektoren erheblich erschwere – auch wenn die Handelsströme mittelfristig robust blieben.

Analysten von Barclays sehen insbesondere den Automobilsektor als besonders gefährdet an, da mexikanische Behörden den von den USA vorgeschlagenen Änderungen bei den Ursprungsregeln weiterhin widerstehen. Alberto Ramos, Leiter der Lateinamerika-Ökonomie bei Goldman Sachs, beschrieb den Ausblick als „nicht besonders inspirierend" und betonte, Mexiko fehle der fiskalische Spielraum, um Rückgänge bei privaten Investitionen durch Staatsausgaben zu kompensieren. Strukturelle Reformen – etwa eine Öffnung des Energiesektors – seien notwendig, um das Wachstum anzukurbeln.

Inflation und Zinspolitik bleiben angespannt

Die Inflation bleibt ein weiterer Belastungsfaktor: Die Prognosen liegen bei 4,0 Prozent für 2026 und 3,8 Prozent für 2027 – nahe der Obergrenze des Zielbands der mexikanischen Zentralbank. Ökonomen erwarten daher, dass die Notenbank ihren Leitzins bis Ende 2027 bei 6,50 Prozent belassen wird, um den Preisdruck einzudämmen.

Beide Entwicklungen – Burrys anhaltende Oracle-Wette und die gedämpften Wachstumserwartungen für Mexiko – spiegeln ein gemeinsames Thema wider: institutionelle Vorsicht in einem Umfeld hoher Volatilität und politischer Ungewissheit. Ob es sich um den Kreditdruck auf einen Tech-Giganten durch KI-bedingte Kapitalausgaben handelt oder um geopolitische Unsicherheiten, die eine gesamte Volkswirtschaft belasten – in beiden Fällen rücken Bilanzdisziplin und politische Stabilität in den Vordergrund, während Wachstum-um-jeden-Preis-Strategien an Attraktivität verlieren.

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