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Alphabet: Gemini-Verzögerung und Ausgabenrisiken belasten Quartalszahlen

Vor den Q2-Zahlen wächst der Druck auf Google-Mutter Alphabet: Verzögerungen beim KI-Flaggschiff Gemini und milliardenschwere Investitionsausgaben verunsichern Anleger.

Alphabet: Gemini-Verzögerung und Ausgabenrisiken belasten Quartalszahlen

Alphabet steht vor der Veröffentlichung seiner Ergebnisse für das zweite Quartal unter verstärkter Beobachtung durch Investoren. Der verschobene Start des KI-Flaggschiff-Modells Gemini 3.5 Pro – ursprünglich für Juni geplant – schürt Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit des Google-Konzerns im boomenden Markt für KI-Programmierwerkzeuge und agentenbasierte KI-Anwendungen. Gleichzeitig wachsen die Sorgen über die Rentabilität der massiven Ausgaben für Rechenzentren.

Das Modell Gemini 3.5 Pro wurde speziell entwickelt, um im lukrativen Segment der KI-Programmierwerkzeuge und agentenbasierten KI-Aufgaben gegenüber der Konkurrenz aufzuholen. Die Verzögerung trifft Alphabet zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Chinesische Open-Source-Modelle fordern die führenden US-KI-Labore zunehmend um Kunden heraus, und die Debatte über mögliche Überkapazitäten im KI-Infrastrukturbereich nimmt an Fahrt auf.

„Während Google den Anschluss bei der KI-Programmierung verpasst, was eine sehr reale und wachsende Sorge darstellt, geht es bei Googles Strategie vor allem um das Ökosystem", kommentierte Dave Wagner, Portfoliomanager bei Aptus Capital Advisors. Analysten sehen den entscheidenden Vorteil von Google im KI-Wettlauf in seinem großen Vertriebsnetz für Endverbraucher, ergänzt durch eigene KI-Modelle, Cloud-Infrastruktur und maßgeschneiderte Chips.

Milliardenschwere Investitionen und Personalverluste

Im April erhöhte Alphabet seine Prognose für die Investitionsausgaben für 2026 auf einen Bereich zwischen 180 und 190 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich kündigte das Unternehmen Pläne an, rund 85 Milliarden US-Dollar durch Aktienemissionen einzunehmen – darunter eine Beteiligung von Berkshire Hathaway. Diese enormen Kapitalmaßnahmen verstärken die Fragen nach der langfristigen Rentabilität der KI-Investitionen.

Erschwerend hinzu kommen hochkarätige Personalabgänge: Alphabet verlor zuletzt den Gemini-Co-Leiter Noam Shazeer sowie den Nobelpreisträger John Jumper, eine Schlüsselfigur bei Google DeepMind, an die Konkurrenz. Solche Abgänge sind im hart umkämpften KI-Talentmarkt ein Signal, das Investoren aufmerksam verfolgen.

Die Alphabet-Aktie hat seit Ende April – als das Unternehmen einen Sprung der Cloud-Umsätze um 63 Prozent meldete und damit die Erwartungen deutlich übertraf – rund 9 Prozent an Wert verloren. Damit blieb der Titel in diesem Zeitraum hinter anderen Werten der sogenannten „Magnificent Seven" zurück. Im bisherigen Jahresverlauf liegt die Aktie dennoch fast 13 Prozent im Plus und ist damit der zweitbeste Performer innerhalb der Mag-7-Gruppe.

Analysten erwarten solides Umsatzwachstum im zweiten Quartal

Trotz der Unsicherheiten zeigen sich Analysten für die Q2-Zahlen verhalten optimistisch. Laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG wird für den Zeitraum April bis Juni ein Umsatzanstieg von 21,3 Prozent auf 116,93 Milliarden US-Dollar erwartet. Das Cloud-Geschäft soll dabei erneut als Wachstumsmotor fungieren: Für die Cloud-Umsätze wird ein ähnliches Wachstum von rund 64 Prozent prognostiziert.

Für das Werbegeschäft – traditionell die wichtigste Einnahmequelle von Alphabet – wird hingegen ein langsameres Wachstum von 13,7 Prozent erwartet. Das Cloud-Segment profitiert dabei von zunehmenden Abschlüssen im Bereich der maßgeschneiderten KI-Chips von Google, darunter milliardenschwere Vereinbarungen mit Meta Platforms und Anthropic. Insgesamt dürfte das Umsatzwachstum im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2026 nur leicht nachlassen.

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